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Frankfurter Buchmesse 2017 – SETTE

Wie im letzten Eintrag erwähnt wurde dieses Jahr meine Abschlussarbeit auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt. Näher gesagt war es die Printversion, die am Stand der Fachhochschule Dortmund mit den anderen Studenten-Büchern ausgestellt wurde. 

Da ich es terminlich leider keinen persönlichen Besuch der Messe wahrnehmen konnte, danke ich besonders TIM BREDERECKE für die Fotodoku des Stands. 

Kurzbeschreibung SETTE – PRINT:

Das dazugehörige Buch wurde als Endlos-Leporello konzipiert; der vorliegende Text „Dialog zwischen der Mode und dem Tod“ (1824) von Giacomo Leopardi verdeutlicht die Abhängigkeit von Mode und Vergänglichkeit – dem essentiellen Dreh- und Angelpunkt meiner Serie. Das fleischfarben eingebundene Leporello ist „eingekleidet“ in zwei mit Modestoffen bezogene Schuber, welche der Betrachter zunächst ausziehen muss. Die Form des Leporellos ist ein haptischer Ringschluss zwischen dem Lyrik-Stück Giacomo Leopardis und der visuellen Aufarbeitung: Bild- und Textebene können vom Betrachter durch den vorhandenen NFC/QR-Code zeitgleich konsumiert werden.
 
Da bei dieser besonderen Darstellungsform eine Beschreibung nur im Ansatz wiedergibt, was das besondere des Leporellos bedeutet, werde ich die Tage endlich einige Repros anfertigen und online stellen.
 

Unten: Stand-Bilder, mit und ohne Professor Kai Jünemann. 


FELIX SCHOELLER PHOTO AWARD 2017 – SETTE in der SHORTLIST

Meine Abschlussarbeit SETTE – Mode und Tod in der Fotografie wurde in die Shortlist des Felix Schoeller Photoawards 2017 in der Kategorie BESTE NACHWUCHSARBEIT aufgenommen.

Die Jury gab gestern bekannt, dass man aus den diesjährigen 2377 Einreichungen 187 Arbeiten für die Shortlists (auf sechs Kategorien verteilt) auswählte – und ich zu den 23 Bewerbern gehöre, die für den „Best Emerging Photographer“ aktuell noch im Rennen sind. Die Bekanntgabe der Nominierten und der Kategorien-Gewinner stehen noch aus, soll aber in absehbarer Zeit, ca. Anfang September, erfolgen.

Über die gestrige Benachrichtigung war gleichermaßen erfreut wie verwundert. Eine Serie, in der ich „nur lauter Tod und Tote“ darstelle ist nunmal nicht jedermanns Geschmack und eckt selbst bei Kreativen an, wie die ein oder andere Anekdote aus der Arbeitsphase belegt. Umso mehr danke ich nochmals meinen Professoren Dirk Gebhardt und Kai Jünemann, die mich bei meiner Arbeit unterstützten und SETTE auch prüften.

Die Serie findet man HIER – auf der Frankfurter Buchmesse 2018 wird man desweiteren die Möglichkeit haben, sich mein dazugehöriges Buch anzuschauen. Ich empfehle, das Smartphone bereitzuhalten um die dazugehörige Audiospur „Dialog zwischen der Mode und dem Tod“ von Giacomo Leopardi anhören zu können. Die professionellen Sprecher Jule Vollmer und Olaf Reitz haben für SETTE die Rollen von Mode und Tod übernommen und dem lyrischen Stück die Stimmen gegeben, welches letztlich einer der Steine war, der meine Arbeit ins Rollen brachte.


Rankin LIVE Düsseldorf Fazit
Oder: Wer lässt sich nicht gern zugunsten einer Charityveranstaltung vom zweitbedeutendsten Fotografen*** Britanniens fotografieren?

 

Zugegeben, meine allumfassende Bewunderung für RANKIN flaute in den letzten Jahren schleichend ab; nicht weil mir seine Arbeiten weniger imponierten oder die Bildsprache mir nicht mehr zusagte – vielmehr beschäftigte ich mich über das Studium hinweg lieber mit aufwändigeren Inszenierungen und tieferen Konzepten im Fotobereich. Auf dem Gebiet brillieren definitiv andere Fotografen um Meilen – dementsprechend hat sich mein personelles Interesse einfach verlagert. 

BBDO Düsseldorf und Rankin luden am Montag also zum ersten Mal zur Rankin LIVE in Düsseldorf ein und Rankin sollte 100 Portraits zugunsten von OXFAM schießen. Den Termin wollten Diana und ich in der Seifenfabrik Dr. Thompson`s unbedingt wahrnehmen. Wer lässt sich nicht für einen guten Zweck gegen eine moderate Spende für OXFAM von einem seiner ehemaligen Heroes fotografieren?  Das ganze lief folgendermaßen ab: Mit Eintritt (das Ticket kostete 10 Euro) hatte man die Möglichkeit gegen eine Spende von mindestens 50 Euro einen der Foto-Slots zu ergattern. Wer wollte bzw. es nötig hatte, konnte sich dafür noch durch die Glam Crew des GFG HAIRCARE Teams um Giuliano Gammuto stylen lassen. 

Aufgrund flugtechnischer Probleme war der Timetable ab 18:00 Uhr ziemlich in Verzug gekommen, weshalb letztlich doch nicht alle 100 Slots verteilt wurden. Diana und ich hatten aber gottseidank früh genug unsere gesafed. Trotz des bevorstehenden Zeit-Cuts nach hinten hatte RANKIN merklich ab 20:00 Uhr den Eindruck erweckt, dass er mit Grumpy Cat gefrühstückt hätte. Bei mitwartenden „Auserwählten“ (Leute bildeten sich tatsächlich was drauf ein, dass sie eine Fotodienstleistung in Anspruch nehmen konnten =) ) schlich sich langsam die Angst ein, dass der Chef irgendwann einfach abbrechen könnte, bevor man an sein Bild käme. Aufloderndes Drama wurde allerdings professionell und nett von den Organisatoren im Keim erstickt.

Wie man auf RANKINS Seite sehen kann, scheint Diana in ihrem Outfit nicht nur während des Shootings einen deutlichen Eindruck bei ihm hinterlassen zu haben – siehe rotes Plastikbunny. 

Was habe ich sonst so auf der Veranstaltung gelernt? Rankin kocht auch nur mit Wasser, was den dortigen Lichtaufbau anbelangte- das aber auf den Punkt. Hut ab, ich selbst bin seit Jahren nicht mehr auf den Trichter gekommen, einen Blitz mit Normalreflektor einem Knallhart ins Gesicht zu hauen. Mir kam das oft einfach zu dirty und oftmals zu unvorteilhaft rüber; wie es richtig geht, habe ich vor Ort dann erstmal gesehen. Vielmehr aber bewunderte ich seine schnelle Auffassungsgabe, jeden Portraitierten – es waren nicht nur Models vor seiner Linse (mich eingeschlossen) – binnen Sekunden abzuchecken und ihn möglichst spannend und vorteilhaft vor einer weißen Wand zu positionieren. Notfalls griff er ohne natürliche Hemmungen auch beherzt an den Arm, die Hände oder verlangte (bei mir) eine unglaublich unangenehme Halsverrenkung – der sich aber alle Portraitierten beugten. Keine Ahnung ob das seinem jahrelangen Fame oder seiner generellen Art geschuldet war – es funktionierte. Was diese Erkenntnisse nun im Endeffekt für meine eigene Arbeitsweise und meine Hemmungen im direkten Modelumgang bedeutet, versuche ich noch herauszufinden. Die Hirnräder drehen sich noch. 

Ansonsten war der Abend umso entspannter, als ich mit meinem Shooting durch war. Mich hatte schon genervt, dass wie immer englischsprachige Leute sich das halbe Bein rausreißen, bevor sie meinen Vornamen ansatzweise richtig aussprechen können. Wieso sollte das auch ausgerechnet im 45 Sekunden Smalltalk mit Rankin anders verlaufen. wo doch ausgerechnet Fotografen immer die schlimmsten Namens-Autisten sind. Ab sofort nenne ich nur noch meinen Zweitnamen in solchen Situationen – es ist einfach stressfreier.

Bilder aus dem Rank-O-Maten gab es kurz vor der Abreise mit Diana und Jörg. 

 

***Sorry, aber niemand auf der Insel kommt an Nick Knight heran